Zum einen möchte ich mit diesem Blog Stigma und Vorurteile gegenüber meiner Krankheit abbauen zum anderen schreibe ich um anderen zu helfen,die vielleicht noch am Anfang solch einer Krankheit stehen,informationen darüber zu bekommen.Aber auch um mit Brainstorming,neue Erkentnisse für mich zu gewinnen,oder vieleicht durch Feedback von anderen Betroffenen neues zu erfahren,freue mich über jeden konstruktiven Kommentar.

Mittwoch, 22. September 2010

 

 

 

 
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Montag, 20. September 2010

Tran statt Wahn

Tran statt Wahn
Omega-3-Fettsäuren reduzieren das Psychoserisiko.
Schizophrene Erkrankungen betreffen rund ein Prozent der Bevölkerung. Die Störung tritt häufig zum ersten Mal im Jugendalter auf und kündigt sich meist schon mit typischen Warnzeichen an, etwa Verfolgungsideen oder sozialer Rückzug. Eine Studie von Psychiatern um Paul Amminger von der Universität Wien deutet nun darauf hin, dass mehrfach ungesättigte Fettsäuren in der Nahrung das Erkrankungsrisiko vermindern.

Die Wissenschaftler untersuchten 81 Kinder und Jugendliche zwischen 13 und 25 Jahren, die leichte psychotische Symptome beziehungsweise eine familiäre Vorbelastung aufwiesen. Zwölf Wochen lang schluckte gut die Hälfte der Probanden täglich 1,2 Gramm Fischöl, das einen hohen Anteil langkettiger Omega-3-Fettsäuren enthält. Die übrigen 40 Teilnehmer bekamen ein Placebo. Von letzteren entwickelten im Lauf des folgendes Jahres elf eine voll ausgebildeten Psychose, jedoch nur zwei der Fischölkonsumenten. In dieser Gruppe berichteten zudem viele Probanden von einer spürbaren Besserung ihrer Symptome.

Die Forscher führen den schützenden Effekt der Fettsäuren auf Veränderungen an den Membranen der Nervenzellen zurück. Dadurch könnten die Botenstoffen im Gehirn möglicherweise effizienter Signale übertragen. "Unsere Resultate macht Hoffnung auf neue Behandlungsansätze", so Amminger. Fischölkapseln haben keine bekannten Nebenwirkungen, ganz im Gegensatz zu den üblichen Antipsychotika, die oft starke Gewichtszunahme oder Verlust der Libido bewirken. Das ist besonders für junge Patienten ein Problem. Eine große internationale Studie soll die Wirkung ungesättigter Fettsäuren nun genauer prüfen. (ja)

Tagebuch einer Psychose

Ist das nächste Buch das ich lesen werde finde sehr gut beschrieben wie man in einer Psychose denkt man kan im Internet schon mal reinlesen

Sonntag, 19. September 2010

Eine sehr interessante Seite vor allem die Broschüren

http://www.psychiatrieaktuell.de/bgdisplay.jhtml?itemname=downloads

Freitag, 17. September 2010

Verlinkung zum Bücherwurm

http://der-buecherwahnsinn.blogspot.com/

Donnerstag, 16. September 2010

Verlinkung zu Inas klitzekleinen Welt

Da Ina einige Kommentare hier abgegeben hat und Sie schon länger mit der Krankheit zu tun hat möchte ich an dieser Stelle auf ihre Seite verlinken http://inasklitzekleinewelt.blogspot.com/

Sonntag, 12. September 2010

Supertramp

Eine Seite gegen Stigma und zur Aufklärung

www.openthedoors.com

Eine interessante Einrichtung

http://www.integra-erbach.de/146-0-galerie.html

Soweit ich das mitbekommen habe hat jeder mit der entsprechenden Diagnose ein anrecht auf einen geschützten Arbeitsplatz.

Zusammenhang zwischen ADS und Psychose

2. Zitat:
Gibt es einen Zusammenhang von ADHS und Psychosen ?
Dies ist das heikelste Thema überhaupt. Sowas darf man noch nicht einmal denken, geschweige denn laut aussprechen. In den 70er und 80er Jahren gab es einen Schizophrenie-Experten, der eine ADD-Psychosis beschrieben hat (Belak). Hierzu gibt es faszinierende Artikel von ihm, die aber irgendwie von der gesammten Fachwelt nicht zu Kenntnis genommen werden. Psychosen aus dem schizophrenen Formenkreis sind ja auch wieder nur ein Spektum von Erkrankungen. Dabei mag es eine klassische Psychose im Sinne der typischen Schizophrenie geben, aber durchaus eben auch eher eine Psychose aus dem ADHS-Spektrum... Nun hat man dies früher sogar mehr oder weniger unbewusst ausgenutzt, indem man zum Screening Patienten entweder typsiche Neuroleptika oder aber Stimulantien (Amphetamin) gegeben hat. Überraschend ist, dass ein grosser Teil der Patienten positiv auf die Stimulantien reagierte und die Psychose weniger wurde. Diesen Patienten hat man Imipramin und kein Neuroleptikum gegegeben. Dieser Amphetamin-Belastungstest war früher sehr verbreitet, ist aber heute völlig vergessen (übrigens auch bei manischen Psychosen wirksam).

Ich selber habe einige Patienten gehabt, die von unseren Uni-Experten in Studien als "schizophren" galten, die aber sicher keine Schizophrenie sondern eine ADHS-Konstitution hatten. Ich schätze den Anteil auf ca 5-30 Prozent aller "schizophrenen Psychosen", wenn man besonders die sog. "therapieresistenten" bzw. Problemfälle sich anschaut eben eher die höhere Prozentzahl.

Dies heisst aber nicht (zwangsläufig), dass man daraus sofort Rückschlüsse über die einzuleitende Therapie machen muss oder darf.

Östrogene und Psychose

Östrogene und Psychosen
Im Unterschied zu Männern erkranken Frauen später an Psychosen, mit einem Erkrankungsgipfel Ende 20 und einem nach dem 45. Lebensjahr. Möglicherweise verhindern oder verzögern Östrogene den Erkrankungsbeginn. Zudem konnte gezeigt werden, dass schizophrene Psychosen vorwiegend in der perimenstruellen Zeit – also in der Niedrigöstrogenphase – des Zyklus beginnen. Außerdem korreliert die psychotische Symptomatik invers mit dem Östradiolspiegel über den Zyklus hinweg. Auch während der Schwangerschaft gibt es Veränderungen: Während sich im Verlauf der Schwangerschaft chronische Psychosen bessern, haben Frauen nach der Entbindung ein 20-mal höheres Psychoserisiko als sonst in ihrem Leben. Auch das könnte mit dem Östrogenabfall zu tun haben, so die Referentin: Während der Schwangerschaft sind die Östrogene auf das zirka 100-Fache der sonstigen Werte erhöht, nach der Entbindung fallen die Werte häufig in einen subnormalen Bereich.

Wie die Östrogene therapeutisch eingesetzt werden können, ist noch unklar, es gibt wenig Interventionsstudien. Es konnte jedoch gezeigt werden, dass Östrogene zusätzlich zu einer Standardneuroleptikatherapie bei psychosekranken Frauen zu einer sehr viel schnelleren Besserung der Symptome beitragen können.

„Es gibt auch Studien, die gezeigt haben, dass postmenopausale schizophreniekranke Frauen, die eine Hormonersatztherapie (HRT) von ihrem Gynäkologen erhalten, weniger Negativsymptome aufweisen und weniger Neuroleptika benötigen“, betonte die Referentin.

Bei postpartalen Psychosen konnte man in einer Studie nachweisen, dass die Symptome unter Östrogensubstitution verschwinden.

Freitag, 10. September 2010

Wahnsinn im Kopf

Ein Buchtitel.Habe mal wieder zwei Bücher über Schizophrenie gelesen "Wahnsinn im Kopf" und ein absolutes Fachbuch,"Das Rätsel Schizophrenie-Eine Krankheit wird entschlüsselt",beide Bücher, wenn einen das Thema interessiert sind sehr interessant,des weteren habe ich ein Psychoseseminar besucht,war oder ist auch eine ganz interessante Erfahrung ,aber das wesentliche steht eigentlich auch schon in meinem Blog wobei ich immer noch den Ursachen auf der Spur bin aber da bin ich nicht der einzigste grins man sucht schon seit über hundert Jahren.Was mich im Moment sehr interessieren würde,und in diese Richtung ist noch nicht viel untersucht worden,obwohl es sehr viele Studien über die Psychose gibt,wäre ob es einen Zusammenhang zwischen ADS-ADHS und Psychose gibt ich habe zumindest beide Diagnosen und es gibt sehr viele Ähnlichkeiten in beiden Diagnosen....(Beides neurobiologische Störungen,bei beiden spielt Dopamin eine Rolle usw..)

Donnerstag, 15. Juli 2010

Freitag, 9. Juli 2010

Wie die Schizophrenie entsteht

Warum ein Mensch schizophren wird, wissen die Forscher bis heute nicht. Nur soviel: es handelt sich wohl um eine gestörte Kommunikation der Gehirnzellen. Der Botenstoff Dopamin – der eine Vorstufe des Adrenalins ist – ist im Gehirn im Übermaß vorhanden. Über Jahre balanciert der Körper dieses Ungleichgewicht aus. Irgendwann kann er aber diese Arbeit nicht mehr bewältigen – dann bricht der Dopamin-Stoffwechsel zusammen. Das ist der Zeitpunkt, wenn die Psychose „nach außen“ tritt. Deshalb muss der Kranke bzw. sein Arzt alles tun, um den Überschuss an Dopamin zu regulieren. Im Klartext heißt das: kein Stress und keine Überreizungen; das sollte der Patient mittels psychotherapeutischen Methoden lernen. Außerdem muss der Dopaminhaushalt im Gleichgewicht bleibt. Leider geht das nur mit starken Medikamenten, den sogenannten Neuroleptika.

Heute nimmt man auch an, dass das Gehirn eine gewisse Vulnerabilität (Erkrankungsbereitschaft) haben muss. Dafür sind verschieden Faktoren verantwortlich, z. B. die genetische Veranlagung. Leidet ein Angehöriger an Schizophrenie, steigt das Risiko, ebenfalls die Krankheit zu bekommen. Außerdem spielt die Reifung des Gehirns während der Schwangerschaft sowie Sauerstoffmangel während der Geburt eine Rolle. Schließlich gilt Stress in der frühen Kindheit als weiterer Faktor. Zusammengefasst bedeutet das: Stress in Form von genetischen, körperlichen und umweltbedingten Faktoren scheint eine Neigung zur Schizophrenie zu bewirken. Deshalb halten es Forscher auch nicht für Zufall, dass die Krankheit überwiegend dann ausbricht, wenn das Gehirn am meisten leisten muss, nämlich an der Grenze von Jugend zum Erwachsenwerden.
Schizophrenie ist eine Krankheit wie viele andere auch. Sie kann jeden treffen, aber sie kann verhältnismäßig gut behandelt werden. Sie ist sehr beängstigend für alle, die damit zu tun haben, ob es die Betroffenen selbst, Angehörige oder Nachbarn sind. In den Medien wird das Wort "schizophren" meist in sehr negativen und oft auch falschen Zusammenhang gebracht. Diese Unwissenheit führt dazu, dass Schizophrene oft als gemeingefährlich betrachtet werden – und Betroffene selbst die Krankheit verheimlichen, soweit sie es können. Je mehr die Menschen über Schizophrenie wissen, desto eher erkennen sie auch ihre Frühsymptome. Und je früher Schizophrenie behandelt wird, desto besser lässt sie sich behandeln.

Einmal "schizo" – immer "schizo"?

Die Schizophrenie ist eine sehr vielseitige Krankheit. Sie kann leicht verlaufen oder schwer, sie kann akut und traumatisch oder schleichend und für Andere kaum wahrnehmbar sein. Viele Menschen haben nur einmal in ihrem Leben einen schizophrenen Schub. Etwa ein Viertel der Betroffenen kann vollständig geheilt werden. Ein weiteres Viertel, so belegen Studien, erleiden nur wenige oder leichte Rückfälle. Manche Patienten verzeichnen einen sogenannten episodischen Verlauf. Das heißt, weitere schizophrene Schübe kommen wieder, doch Abstände und Häufigkeit der Schübe sind unterschiedlich. Bei etwa einem Drittel der Kranken wird die Schizophrenie chronisch. Diese Patienten müssen im schlimmsten Fall mit lebenslanger Invalidität rechnen. Doch wie bei vielen anderen Krankheiten gilt auch hier: je früher die Krankheit erkannt und behandelt wird, desto günstiger verläuft die Prognose.
Am wichtigsten ist es, den Patienten aus der akuten Phase der Schizophrenie herauszuholen. Dabei müssen die behandelnden Ärzte sehr sensibel mit ihren Patienten umgehen, denn diese müssen spüren, dass sie nicht bedroht werden, sondern dass ihnen geholfen wird. In der Regel klingt die akute Phase innerhalb von vier Wochen bei zwei Drittel der Patienten ab, ein Drittel braucht länger. Diese akute Phase im Wahn nennen Mediziner Plussymptomatik. Danach durchlaufen die Patienten meist die viel länger anhaltende Minussymptomatik, die auch postpsychotische Depression genannt wird. "Ganz bildhaft gesprochen heißt das", so Dr. Joseph Bäuml, leitender Oberarzt am Münchener Klinikum Rechts der Isar für Psychiatrie, "der Raubbau, den der Körper… an den Kräften des Gehirns treibt während der akuten Psychose, fordert hinterher seinen Tribut in Form von einer Ausgebranntheit, einer Ideenlosigkeit, einer Unsicherheit, einer Ängstlichkeit, die lange, lange Zeit anhält". In dieser Zeit, die oft ein ganzes Jahr dauert, müssen die Patienten lernen, die Krankheit zu verstehen, damit sie erste Symptome erkennen und dann handeln können.

Dienstag, 6. Juli 2010

Einleitung
Die Schizophrenie ist die rätselhafteste von allen Krankheiten. Wohl keine ist so lange, so intensiv, nach so vielen Richtungen mit so vielen Methoden untersucht worden wie diese und dabei mit so geringem Erfolg. Erblichkeit wurde vermutet, aber ein Erbgang konnte nicht gefunden werden. Stoffwechselstörungen, Milieuschäden, traumatische Erlebnisse wurden für die Krankheit verantwortlich gemacht, doch stellte sich heraus, dass die jeweiligen Störfaktoren in der Anamnese von Menschen, die an Schizophrenie erkrankt sind, nicht häufiger vorkommen als bei anderen Krankheiten oder bei Gesunden. Außerdem sind schizophrene Symptome denen sehr ähnlich, die durch Rauschmittel hervorgerufen werden, auch solchen, die bei Hirntumor und anderen organischen Hirnschäden vorkommen, und solchen, die bei Müdigkeit auftreten. All dies legt die Vermutung nahe, dass die Symptome der Schizophrenie ein grundsätzliches menschliches Reaktionsmuster sind, welches aus verschiedenen Ursachen entstehen kann. Eine für die Schizophrenie spezifische Stoffwechselstörung muss man nicht annehmen, um die Phänomene zu erklären.




Ganz zu Unrecht werden Schizophrene für Träger einer besonders ungünstigen Veranlagung gehalten. Sie rangieren in der Achtung in unserer Gesellschaft und Wissenschaft niedriger als Verbrecher und Depressive. Doch stets wird berichtet, dass sie in ihrer Jugend intelligent, sensibel, anpassungsfähig und brav waren und über weitere ungewöhnliche Qualitäten verfügten. Besonders fällt die Bravheit auf, im Gegensatz zu Depressiven, die als eher aufmüpfig geschildert werden. Betrachtet man die Sozialisation, so stellt man mit Erstaunen fest, dass sie meist aus einfühlsamen Familien stammen, dass kaum je ein Heimkind schizophren wird.




Sie haben durch spezielle, durchaus positive Anlagen ungewöhnliche Probleme, die sie durch Nachdenken zu lösen versuchen. Dies kann in einen nicht mehr steuerbaren Denkausbruch münden. Ein Vorgang, der von der Wissenschaft nicht verstanden und daher negativ bewertet wird.




Diese Annahme der Wissenschaft bestimmt das Bild der Schizophrenie in der Öffentlichkeit und führt zu einer sehr negativen Einstellung den psychisch Kranken gegenüber. In den Ländern der Dritten Welt, die nicht von der westlichen Wissenschaft dominiert werden, tritt die Schizophrenie so häufig auf wie bei uns, hat aber mehr als doppelt so gute Heilungschancen. Eine neue wissenschaftliche Sicht ist notwendig, die alle diese Erscheinungen erklärt und die schädliche Annahme ausräumt, dass jemand, der an Schizophrenie erkrankt, eine negative Veranlagung in Gehirn und Persönlichkeit in sich trägt.




Heute betrachtet man nicht mehr ausschließlich die vorhandene Störung – der kranke Mensch gelangt mehr und mehr in den Mittelpunkt des Interesses. Knuf und Gartelmann stellen gar die Forderung auf nach einem „positiven Krankheitsmodell“, einem Modell,

„das die Wirklichkeit positiv beeinflussen kann und damit auf das Selbstwertgefühl, das Eigenengagement und letztendlich sogar auf den Verlauf psychotischer Erkrankungen wirkt. Es müsste ein Modell sein, das Betroffene nicht zur Passivität verurteilt, sondern ihre realistischen Einflussmöglichkeiten hervorhebt, ohne sie gleichzeitig unter Erwartungsdruck zu setzen. Ein solches Modell würde Betroffene ermuntern, ihre eigenen Selbsthilfefähigkeiten stärker zu würdigen und zu fördern. Es würde sie nicht zu Opfern, sondern zumindest zu Mitgestaltern ihrer Psychose machen. Psychotisches Erleben wäre nicht zufälliges Produkt eines gestörten Hirnstoffwechsels, sondern hätte eine verrückte Bedeutung. Darüber ließe sich reden: mit Professionellen, mit anderen Betroffenen und mit Angehörigen. Außerdem wäre es unserer Meinung nach der einzige Weg zur Behandlungspartnerschaft, denn Betroffene können nur als Behandlungspartner gewürdigt werden, wenn Professionelle ihnen auch einen Einfluss auf ihre Krankheit zubilligen.“ (2001, S. 18)




Diesen Forderungen entspricht die hier vorgestellte Theorie der Schizophrenie-Entstehung. Sie ist schlüssig und erklärt jedes Detail, das im Zusammenhang mit Schizophrenie auftritt, auch die viel diskutierte Nähe zum Genie. Die Grundannahmen der Theorie gehören zum Diathese-Stress Modell, welches besagt, dass bei der Entstehung einer Krankheit individuelle Veranlagung und Stressfaktoren zusammen wirken. Das gilt für körperliche wie für psychische Erkrankungen. Man geht davon aus, dass die spezielle Veranlagung das Individuum verwundbarer macht, also eine Schwäche ist, die das Eintreten der entsprechenden Krankheit (z.B. Rückenschmerzen oder Depression) erleichtert bzw. anbahnt.




Im Unterschied zu den bisherigen Hypothesen wird keinen Defekt und keine Schwäche zur genetischen Komponente der Schizophrenie erklärt, sondern eine atypische Häufung von guten und starken Charaktereigenschaften, durch die die Betroffenen sich erheblich vom Durchschnitt unterscheiden. Durch die ungewöhnliche Persönlichkeit gerät der/die Betroffene von früher Kindheit an in Disharmonie, oft sogar in Widerspruch zur Umwelt. Die Menschen, die mit ihm/ihr leben, verhalten sich allzu oft ablehnend. Dem Kind fehlen in seiner Umgebung Verständnis und Identifikationsobjekte – die Herausbildung eines harmonischen, akzeptablen Ich wird durch den Mangel an Vorbildern und durch die Nichtübereinstimmung mit potentiellen Vorbildern erschwert, manchmal sehr stark erschwert, oft gelingt sie nicht.




Das Anderssein hat eine komplizierte Notlage zur Folge: Das Kind passt sich an, so gut es geht, leistet in dieser Hinsicht oft Beachtliches und entfernt sich dadurch von seiner ursprünglichen Persönlichkeit. Der Versuch, es allen recht zu machen, führt nach und nach in ein unlösbares Dilemma und zunehmende Verletzlichkeit, denn man kann es nicht allen recht machen. Im Verlauf des Heranwachsens entstehen Ratlosigkeit, Schuldgefühle, depressive Verstimmung und oft schon im Alter von elf oder zwölf Jahren Selbstmordgedanken. Platzt in diese Situation ein schwerwiegendes Ereignis, wie Pubertät, Militärdienst, große Reise, so entstehen zusätzliche Probleme. Die mühsame Balance bricht zusammen und das Denken gerät in Unordnung. Diese Unordnung ist kein Defekt, sondern eine Über- und Fehlfunktion. Der Verstand rast durch viele seiner Möglichkeiten, auch extreme. Der Vorgang ist dem eines Gefühlsausbruchs ähnlich, dauert aber länger – vielleicht weil er nicht wie starke Gefühle mit Aktionen und Erschöpfungsreaktionen des Körpers einhergeht und für die Mitmenschen völlig unverständlich ist. Schon zuvor konnte der/die Heranwachsende sich nicht ausreichend über die anfallenden Probleme mit Eltern und Mitmenschen unterhalten, weil er/sie aus der Norm fiel; das nunmehrige Erleben weicht so weit vom normalen Alltag der meisten ab, dass es in eine Tabuzone gerät und eine Verständigung darüber nicht mehr möglich ist

Samstag, 19. Juni 2010